Über mich

Kontemplatives Schreiben

Im November 1988 brachte mein Vater mir ein großes, in Leder eingebundenes Buch von der Arbeit mit. Mein Vater arbeitete damals in der Verwaltung eines städtischen Krankenhauses. Das Buch war unbeschrieben und diente ursprünglich der Dokumentation von Betäubungsmitteln. Die Seiten waren in Spalten aufgeteilt: „Bezeichnung des Betäubungsmittels, Name des Patienten, Einnahme, Ausgabe, Bestand”.

Am 26.11.1988 machte ich meinen ersten Eintrag: „Dieses Buch soll voraussichtlich alle Sorgen und alle Freuden in diesem Abschnitt meines Lebens enthalten. Heute bin ich 12 Jahre alt, …“ – Ich nannte dieses Buch mein „Freud- und Leidbuch“. Obwohl ich im Laufe meines Lebens beruflich viel mit Bildern, dem Erzeugen und Bearbeiten von Bildern und Geschichten zu tun hatte (www.metastadt.com), so hat das persönliche, biografische Schreiben mich mein Leben lang begleitet. 

In meinen Kursen möchte ich das Schreiben als ein Werkzeug der Selbsterforschung vermitteln. In einer Haltung der Offenheit und Gegenwärtigkeit überlassen wir uns den Worten, die aus der Stille auftauchen. In einer freien, leichten und spielerischen Weise wird das Schreiben zu einem Weg der Selbsterforschung. Das Feld unserer Mitmenschen kommt uns dabei zur Hilfe. Wir unterstützen uns gegenseitig auf unserem Weg. 

Die Kurse im kontemplativen Schreiben bestehen aus einer Abfolge von Sitzen-in-Stille, Schreiben und Lesen in der Gruppe. Die Kurse sind sowohl für Schreibanfänger, als auch für geübte Schreiber geeignet, denn es  geht nicht um das Produkt unseres Schreibens, sondern um die Aufrichtigkeit unserer Selbsterforschung und darum eine neue Schreib-haltung einzuüben, die uns einen tieferen Zugang zu uns selbst und zu unseren persönlichen Themen eröffnet.